Verbausysteme von E+S und Krings sichern den Leitungsgraben
Kategorie: Referenzen
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG modernisiert das Fernwärmenetz im Stadtgebiet von Heilbronn. Im Zuge des Projektes „Dampfnetzumstellung Heilbronn“ wird das bisherige Dampfnetz auf ein Heißwassernetz umgestellt. Hierbei werden die alten Dampf- und Kondensatleitungen, die bisher in einem Betontrogkanal unter der Straße verlaufen, entfernt. Stattdessen werden neue Heißwasserleitungen direkt ins Erdreich verlegt. Den Auftrag für das rund 3,8 km lange Baulos 1 hat die Franz KASSECKER GmbH, Waldsassen, erhalten. Für die Sicherung der Arbeiten in der Leitungstrasse setzte das Unternehmen den Leicht-Verbau LBR von E+S und die Verbaubox KS 60 von KRINGS Verbausysteme der terra infrastructure GmbH ein.
Die Baumaßnahmen sind Teil eines mehrjährigen Projekts zur Umstellung des Fernwärmenetzes von Dampf- auf Heizwasserbetrieb. Nach Aussage des Bauherrn umfasst die Modernisierung des Fernwärmenetzes in Heilbronn mehrere wichtige Maßnahmen. Bei der Umstellung auf Gas und Wasserstoff wird das bestehende Kohlekraftwerk durch ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) ersetzt, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und somit die Fernwärmeversorgung noch nachhaltiger zu gestalten. Langfristig ist geplant, auf CO₂-armen Wasserstoff umzustellen. Im Rahmen der Erneuerung des Leitungsnetzes wird das alte Dampfnetz durch ein effizienteres und umweltfreundlicheres modernes Heizwassernetz ersetzt. Diese Maßnahme reduziert Netzverluste und erhöht die Energieeffizienz. Zur Absicherung der Fernwärmeversorgung werden zusätzlich ein Wärmespeicher und eine Heizwasserkesselanlage errichtet.
Zunächst wurde der Boden im Bereich der Rohrgrabensohle ausgetauscht und ca. 15 bis 20 Zentimeter tragfähiges Material eingebaut. Danach konnten die vorgesehenen 12 Meter langen Kunststoffmantelrohre für den Vor- und Rücklauf eingezogen und fachgerecht verschweißt werden. „Neben einer traditionellen Verlegeweise von Fernwärmeleitungen, bei denen U- oder Z-Dehner eingebaut werden, um die thermische Längenausdehnung der Rohrleitungen auszugleichen, wurden die Kunststoffmantelrohre in Heilbronn abschnittsweise auch thermisch vorgespannt“, sagt Bauleiter Maschewski, der noch auf eine weitere Besonderheit hinweist. Abweichend von einer vom Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. (AGFW) geforderten zehnprozentige Durchstrahlungsprüfung, bei der eine stichprobenartige Prüfung von zehn Prozent der gesamten Schweißnähte gemäß AGFW-Arbeitsblatt FW446 durchgeführt wird, forderte die EnBW eine Durchstrahlungsprüfung von 100 Prozent. Statt der stichprobenartigen Überprüfung werden hierbei alle Schweißnähte einer Röntgenprüfung unterzogen. Das bedeutet ein Plus an Sicherheit und sorgt dafür, dass jede einzelne Schweißnaht auf interne Fehler wie zum Beispiel Lunker, Einschlüsse, Versätze oder Risse überprüft wird.
Nach der vollständigen Verlegung, ZfP und Muffenmontage sowie unter Umständen
Durchführung einer thermischen Vorspannung werden die Leitungsstränge
eingesandet, das Kabelschutzrohrsystem montiert und der Rohrgraben fachgerecht
verfüllt, um die Stabilität und Funktionalität der Leitung sicherzustellen. Dabei
wurde der Leitungsgraben in einem ersten Schritt bis auf circa 60 Prozent der
Rohrgrabenfüllung aufgefüllt und danach weiter schichtweise mit geeignetem Verfüllmaterial
aufgefüllt. Dies geschieht in Lagen von etwa 20 bis 30 cm, die jeweils
verdichtet werden, um Setzungen zu vermeiden. Zum Schluss wurde der Straßenbelag
wiederhergestellt.
Nach Aussage von Bauleiter Maschewski hat der Einsatz der Verbausysteme
ebenso reibungslos funktioniert wie die Logistik. Das Baulos 1 wird aller Voraussicht
nach bis August 2025 abgeschlossen werden.