Muenchen 1

Grabenverbau - Linearverbau

LINEARVERBAU BEI MÜNCHNER GROßPROJEKT IM EINSATZ

LINEARVERBAU BEI MÜNCHNER GROßPROJEKT IM EINSATZ - BEIM LEISTUNGSSPEKTRUM NICHT ZU TOPPEN.

Um das bestehende Kanalsystem im Bereich Pasing und Laim zu entlasten, ist in der Landsberger Straße von der von der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG – Bereich Tunnelbau im Auftrag der Münchner Stadtentwässerung ein neuer 2,2 Kilometer langer Abwasserkanal DN 3000 im Rohrvortriebsverfahren aufgefahren worden. Nach Abschluss der Vortriebsarbeiten erfolgte die Herstellung von 19 Einsteigschächten und drei Überleitungsbauwerken. Sie schaffen die Verbindung zwischen dem Bestandskanal und dem neuen Abwasserkanal. Bei der Sicherung der Baugruben entschied sich das ausführende Unternehmen für den E+S Linearverbau – ein Gleitschienensystem mit Stützrahmen –, der vor allem aufgrund seiner technologischen Leistungsparameter alle Anforderungen vor Ort erfüllen konnte.

Sinnvolle Alternative

Im Gegensatz zum Rammen oder Vibrieren – etwa bei der Verwendung von Spundbohlen – wird das Bauumfeld beim Einbringen des Linearverbaus deutlich weniger erschüttert. In senkrecht eingebauten Doppelgleitschienen werden innere und äußere Verbauplatten so gehalten, dass sie aneinander vorbeigleiten und auf die erforderliche Tiefe gebracht werden können. Zwei biegesteife, entsprechend der fortschreitenden Bautiefe höhenverstellbare Laufwagen halten Träger und Verbauplatten auf stets gleichem Abstand; die Grabenbreite bleibt in jeder Bauphase gleich.

Gestuft im wahrsten Sinne des Wortes

In Längsrichtung des neuen Kanals konnten die Elemente des Verbausystems auf der vom Rohr abgewandten Seite unter Verwendung von 9,13 Meter langen Trägern bis zur Baugrubensohle eingebracht werden. Auf der anderen Seite endeten die 7,13 Meter langen Träger und die Verbauplatte direkt auf dem Vortriebsrohr – ebenso wie der Verbau auf den Kopfseiten, der ebenfalls nur bis zum Rohrscheitel der Vortriebsrohre eingebracht werden konnte. Um den verbleibenden Arbeitsraum, den ca. 2,70 Meter hohen Bereich neben dem Rohrstrang bis zur Sohle ebenfalls zu sichern, entschlossen sich die Baupartner, hinter dem kopfseitigen Verbau Kanaldielen bis auf das Rohr und daneben bis zur Sohle einzubringen. Um diese Konstruktion mit Blick auf die statischen Erfordernisse entsprechend abzusichern, wurden neben den beiden Laufwagen zusätzlich zwei sogenannte Kopfverbau-Adapter in das Linearverbausystem integriert. Die Kopfverbau-Adapter werden wie die Laufwagen auch, im Profil der Linearverbauträger geführt, sind jederzeit in der Höhe verstellbar und schließen mit der kopfseitigen Kante des Verbausystems bündig ab. Eine temporäre Stütze zwischen Rohr und seitlicher Verbauwand sicherte die Kanaldielen in dieser Bauphase. Sie konnte nach der Betonierung einer 25 Zentimeter starken Sauberkeitsschicht wieder entfernt werden.

In rund neun Metern Tiefe wurden nach abgeschlossenem Rohrvortrieb die Einstiegschächte und Überleitungsbauwerke errichtet.
Gerade im innerstädtischen Bereich ein Vorteil: Beim Linearverbau bleibt der Boden außerhalb des Grabens weitgehend unberührt, Bebauung und Verkehrsfluss werden nicht beeinträchtigt. Mit dem gestuften Linearverbau lassen sich diese Vorteile auch für Arbeiten in größeren Tiefen nutzen.
Beim Einbringen des Verbaus werden die Verbauelemente in die Baugrube eingestellt und vom Bagger bei gleichzeitigem Bodenaushub nach und nach in das Erdreich gedrückt.
Die gegenüberliegenden Schienen werden beim Linearverbau nicht durch gelenkige Spreizen miteinander verbunden, sondern durch einen biegesteifen, in der Breite veränderbaren Laufwagen auf dem gewünschten Abstand gehalten.
Vier mal vier Meter groß und rund neun Meter tief: Biegesteife, entsprechend der fortschreitenden Bautiefe höhenverstellbare Laufwagen halten Träger und Verbauplatten des Linearverbausystems auf stets gleichem Abstand; die Baugrubenbreite bleibt in jeder Bauphase gleich.

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